Wovor fürchtest du dich?

Kennst du den Moment, wenn du die Tür hinter dir schließt und dich fragst, ob du den Schlüssel eingesteckt hast? Nach einem Abschied, wenn du nicht sicher bist, ob du die richtigen Worte gefunden hast? Kennst du das Gefühl, allein unterwegs zu sein und zu denken, alle starren dich an, weil dein Kleid nicht so sitzt, wie du es dir vorgestellt hast? Was ist, wenn die Anderen dich nicht mögen? Was ist, wenn er dich zurückweist? Was ist, wenn du dich nicht richtig verhältst?

Hast du dir schon einmal gewünscht, eine ganze Woche schlafen zu können, damit manche Dinge an dir vorbeiziehen, ohne dass sie wirklich passieren müssen? Warst du schon einmal in großer Runde unterwegs, kanntest aber nur eine Person aus dieser, und dachtest die ganze Zeit, du seist fehl am Platz und würdest nicht zu den Anderen passen? Hat dir schonmal jemand gesagt, du seist abweisend, obwohl du nur vorhattest, dich vorsichtig zurückzuhalten und den besseren Konversationsmachern das Feld zu überlassen?

Kannst du spontan eine Rede über alles, was du liebst, halten? Wie sehr zittert deine Stimme vor einem Referat? Bist du viel allein? Und bist du überhaupt gern allein?

Wie oft probierst du etwas Neues aus, einfach weil du Lust darauf hast? Warst du schonmal spontan weit weg? Hast du einen Plan für jede Situation, die auf dich zukommt – oder macht es dir Angst, dass du ihn nicht hast? Wie viele Kleidungsstücke, die in deinem Schrank hängen, haben noch nie das Tageslicht gesehen, weil sie es immer nur bis vor den heimischen Spiegel schaffen um dann seufzend zurück in die Tiefen verbannt zu werden? Traust du dich im Restaurant über dein Lieblingsessen hinaus? Möchtest du wirklich gern perfekt sein – und musst du es überhaupt?

Wen liebst du so aufrichtig, dass du vor ihm oder ihr ganz du selbst bist, mit allen Ecken und Kanten und allen Seiten, die nicht so schön sind, dass man sie gern jedem zeigen würde? Wie viele Menschen haben dich je weinen sehen? Wem würdest du dein Tagebuch anvertrauen?

Sind wir zu ängstlich und verstecken uns dahinter? Ich denke, wir müssen lernen, loszulassen, Ängst zu sortieren und um sie herum zu leben – oder vielleicht auch mal mitten hindurch. Das Leben ist zu kurz, um sich immer von sich selbst einschränken zu lassen.

Ich möchte mehr sehen, mehr tun, mehr leben.
Mehr.

xxx, Kathi

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4 Gedanken zu “Wovor fürchtest du dich?

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