… und wieso eigentlich Tinkerbell?

Ich denke, ihr kennt das. Es gibt Dinge, die prägen sich ein, bevor man im wörtlichen und im übertragenen Sinne auf eigenen Beinen stehen kann.

Als Kind war ich still, hellblond und zuckersüß. (Letzteres ist selbstverständlich nur meine eigene Interpretation.) Ich habe meine Puppen geliebt und mich ihnen mit Hingabe gewidmet. Stundenlang konnte ich mich damit beschäftigen, ihnen die Haare zu kämmen und kleine Szenarien heraufzubeschwören, die sich nie großartig veränderten, an denen ich aber ewig arbeitete, weil sie mir doch nie perfekt genug waren. Manchmal saß ich ganze Nachmittage in meinem Kinderzimmer, zwischen Dino-Teppich und rosa Wänden, die ich Papa abgerungen hatte, und malte mir Geschichten aus, träumte mich in andere Welten, aus denen mich kaum etwas oder jemand zurückholen konnte. Gab man mir ein Buch, wollte ich es am liebsten einatmen. Ich stand immer mit einem Bein in meiner eigenen Welt, ich war manchmal so gar nicht richtig da und wollte es auch irgendwie nicht sein.

Tinkerbell, wer ist das eigentlich? Die kleine Fee aus Peter Pan? Ich weiß nicht, wen meine Mutter im Sinn hatte, als sie mich eines Tages so nannte, ich weiß nur, dass ich es nie vergessen habe und dass ich mich immer zauberhaft gefühlt habe, wenn sie meinen echten Namen beiseite schob und mich auf die Welt der Fabelwesen hinaufklettern ließ. Ich hätte manchmal gern rosa Flügel gehabt, doch das schlug ich mir aus meinem rationalen Köpfchen, denn auffallen mochte ich nun gar nicht so gern. (Außerdem schnitten meine Eltern mir zu diesem Zeitpunkt die Haare kurz. Und ein Kind undefinierbaren Geschlechts mit rosa Flügeln will ja nun wirklich niemand sehen.)

Mit der Zeit bin ich gewachsen, raus aus meinem rosa Zimmer, raus aus meiner Liebe für Puppen und raus aus meiner Welt, die mich ganz für sich hatte. Jetzt mag ich es weiß und ordentlich, freue mich über Blumen statt über Puppen, und blond bin ich auch schon lange nicht mehr.
Doch irgendwo ist noch etwas von meinem inneren Kind übrig. Ich liebe noch immer Bücher voller Geschichten, die mich in ihren Bann ziehen, sodass ich das Atmen vergesse und ich habe sie noch immer: meine Träume, die mich von allen Dingen um mich herum ablenken, mich von der Außenwelt abschotten und glücklich in mich hinein lächeln lassen. Auch, wenn ich jetzt älter bin und die kleine Fee sich ein Stück von mir entfernt hat – sie ist noch immer ein Teil von mir und immer noch das, was mich hoffen lässt.
Hoffen, worauf?
Auf nichts Bestimmtes.

Einfach hoffen.

xxx, Kathi

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2 Gedanken zu “… und wieso eigentlich Tinkerbell?

  1. Tinkerbell…
    Kann es Zufall sein, dass du so stetig dein Über-dich-Hinauswachsen und Einfallsreichtum entwickelt hast? Einfach hoffen – dass die kleine Fee in dir weiterlebt 🙂

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